Wettbewerb Neubau Krematorium Schoren, Thun

Für das neue Krematorium in Thun soll ein in sich ruhender, introvertierter Körper entstehen, eingebettet in die Parkanlage des Friedhofs. Sein weitläufiger Innenhof bildet einen Ort des Rückzugs und des Insichkehrens, doch die Verbindung zu Natur und Park bleibt erhalten.
Der jeweiligen örtlichen Situation entsprechend, werden spezifische Raum- und Lichtstimmungen geschaffen, die den Angehörigen auf seinem Weg des Abschiednehmens begleiten: enge und weite, offene und geschlossene Räume, eine helle oder gedämpfte Belichtung, differenzierte Rückblicke auf die Umgebung. Die klar gegliederte Struktur der Anlage und der irdene Charakter der verwendeten Materialien vermitteln einen Eindruck der Stille und Pietät.

In Anlehnung an die vorgefundene Struktur des Friedhofsareals wird der Bearbeitungsperimeter in drei Felder unterteilt, von denen das Krematorium das innere besetzt. Das bestehende Wegenetz wird berücksichtigt und erweitert. Das Krematorium kann somit gut von den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs wie auch vom neuen Parkplatz erschlossen werden, hält jedoch gebührend Abstand zum Umfeld der Wohn- und Gewerbegebäude.

Die Orientierung des Neubaus ist auf den Friedhof und die bestehende Abdankungshalle hin ausgerichtet – über den Park hinweg entsteht eine räumliche Beziehung zwischen altem und neuem Gebäude. Von allen drei Richtungen durchquert man den Friedhofspark, der als ein Filter zwischen Umgebung und Krematorium wirkt.

Das Krematorium ist aus drei Nutzungseinheiten aufgebaut, dessen Räume sich ineinander verschränken als auch, wo notwendig, eindeutig voneinander abgrenzen. Über eine klare Grundrissdisposition wird die in Anspruch genommene Fläche effizient genutzt und gleichzeitig grosszügig Raum für Rückzug geboten. In der gesamten Anlage ist eine hindernisfreie Bewegung möglich.

Härtel Lovis Steinbach Architekten – 2015

in Zusammenarbeit mit:
von Pechmann Landschaftsarchitekten, Zürich
cyaan, Zürich