Wettbewerb Neubau AWEL-Werkhof Ristet Birmensdorf

Das Industrieareal „Ristet“ zwischen Urdorf und Birmensdorf zeichnet sich durch sehr gegensätzliche Eigenschaften aus, die zwischen der natürlichen Atmosphäre der bewaldeten Kuppen und dem technischen Betrieb des Areals pendeln. Der neue Werkhof findet in diesem Kontext auf einer Industrielichtung seinen Platz, als selbstverständliche Ergänzung der vorgefundenen Situation. In einer, alle geforderten Funktionen beheimatenden Halle finden die zukünftig stattfindenden Tätigkeiten unter einem Dach statt. Mit Situierung und Konzeption des Neubaus wird ein Minimum an Fläche verbraucht, die Restfläche kann anderweitig oder fremd genutzt werden.

In seinem Ausdruck spiegelt der neue Werkhof etwas von seinem Standort wider, changierend zwischen einem industriellen, technischen und einem natürlichen Charakter. Die architektonische Gestalt steht in Einklang mit den Prämissen des Werkhofes nach Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in Erstellung, Betrieb und Unterhalt des Gebäudes.

Das Tragwerk der Halle wird durch ein feines Skelett gebildet. Im unteren Bereich reihen sich vorgefertigte schlanke Stahlbetonstützen im Raster von 4.40m bzw. 5.50m, auf denen ein massiver umlaufender Riegel aufliegt. Im oberen Dachteil wird darauf eine Stahlstruktur aufgesetzt, deren Dachträger direkt die Dachfläche beschreiben und einerseits aussen auf dem Riegel oder innen auf dem in Längsrichtung der Halle verlaufenden Fachwerkträger aufliegen. Die Dachträger liegen im Raster des Betonskeletts und orientieren sich an den Anschlusspunkten des Fachwerkträgers, der dadurch eine Rhythmisierung und die Öffnung des Daches mit grosszügiger Belichtung übernimmt. Auf diese Weise sind alle Tragelemente in den raumbildenden Flächen integriert. Es ergibt sich eine gefaltete, zweidimensionale Dachfläche, die einen offenen Raum überspannt. Die Giebelflächen sind massiv ausgebildet, um den Eindruck des Dachfaltwerks nicht zu konkurrenzieren. Zur Aussteifung der Hallenkonstruktion sind die Dachflächen steif ausgebildet und schliessen über den umlaufenden steifen Riegel an einzelne grosse Wandelemente an, die abgesetzt zwischen den Stützen positioniert sind.

Härtel Lovis Steinbach Architekten – 2017

in Zusammenarbeit mit:
Dr. Mario Rinke Bauingenieur, Zürich
Kopitsis Bauphysik, Wohlen